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In ihrer jüngsten über YouTube ausgestrahlten Sendung, in der sie verschiedene regionale Entwicklungen bewerteten, gaben der Journalist Serdar Akinan und die in den USA ansässige Analystin Sibel Edmonds Erklärungen ab, in denen sie dafür plädierten, dass die Türkei eine militärische Besetzung Südkurdistans durchführen solle.

Die Bewertungen der beiden Personen, die sich selbst als oppositionell, links und sozialistisch darstellen, lösten insbesondere in der kurdischen Öffentlichkeit heftige Reaktionen aus. Während der gesamten Sendung sprach Edmonds über die Kräfteverhältnisse im Nahen Osten, die zunehmenden Spannungen zwischen Iran und den USA sowie die regionale Position der Türkei und behauptete, dass der sich vertiefende Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten für die Türkei eine „strategische Gelegenheit“ geschaffen habe.

Edmonds erklärte offen, dass diese Gelegenheit durch einen militärischen Schritt gegen Südkurdistan genutzt werden müsse, und vertrat die Ansicht, dass es innerhalb der gegenwärtigen regionalen Konstellation möglich geworden sei, dass die Türkei diese Region ins Visier nimmt, in der das kurdische Volk über einen politischen Status verfügt.

Während Edmonds’ Äußerungen, die sich direkt gegen Südkurdistan richteten, große Aufmerksamkeit erregten, fiel besonders auf, dass Serdar Akinan keinerlei Einwand erhob und Edmonds im Gegenteil mit einer sichtbar zustimmenden Haltung unterstützte. Akinans befürwortende Position in diesem Teil des Gesprächs führte zu Kritik, wonach er sich dem Besatzungsaufruf faktisch angeschlossen habe.

Die Sendung wurde als großer Widerspruch bewertet, da zwei Personen, die über lange Zeit durch Rhetorik über demokratische Werte, die Brüderlichkeit der Völker und den Frieden öffentliche Sichtbarkeit erlangt hatten, nun offen zur Besetzung einer Region aufrufen, in der sich die nationalen Errungenschaften des kurdischen Volkes konkretisiert haben.

Kurdische politische Kreise und Nutzer sozialer Medien kritisierten scharf, dass Personen, die sich selbst als links, antiimperialistisch und freiheitlich bezeichnen, regionale Krisen in eine Interventionsmöglichkeit gegen kurdische Errungenschaften verwandeln.

In dem von den Iran-USA-Spannungen geschaffenen Klima der Unsicherheit wird die Zielscheibe Südkurdistan als ein gefährlicher Ansatz interpretiert, der die ohnehin fragilen politischen Gleichgewichte in der Region weiter vertiefen könnte.

Die Aussagen von Serdar Akinan und Sibel Edmonds haben zudem ernsthafte Debatten über journalistische Ethik, Antikriegshaltung und den Respekt vor dem Willen der Völker ausgelöst.

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